Buchpräsentation Peter Rigler
Das Konveniat am 16. Jänner 2026, das erste des Kalenderjahres der Ballei Österreich, war der Präsentation des Buches „Peter Rigler (1796–1873)“ [Elena Deinhammer, Ewald Volgger (Hg.): Peter Rigler (1796–1873). Professor der Theologie und Spiritual. Bildungspersönlichkeit und Ordensreformator, in: Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens, hrsg. von Udo Arnold, Band 97, Verlag A. Weger, Brixen 2024] durch Pater Univ.-Prof. Dr. Ewald Volgger gewidmet.
Der Buchpräsentation voraus ging ein stimmungsvoller Gottesdienst, in welchem Pater Ewald in seiner Predigt den anwesenden Besuchern seine Gedanken zur Lesung des Tages aus dem ersten Buch Samuel („Und der Herr sagte zu Samuel: Hör auf ihre Stimme und setz ihnen einen König ein!“) sowie aus dem Evangelium nach Markus über den Gelähmten, der auf der Bahre durch das Dach in ein Haus zu Jesus gebracht worden war und dem von Jesus die Sünden vergeben wurden („Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Liege und geh nach Hause!“) näher brachte.
Peter Rigler machte es sich zur Aufgabe, täglich am Morgen eine Stunde über die Schriftlesungen des Tages zu meditieren, um auf diese Weise Christus aufnehmen zu können. Es gilt folglich, Jesus in sich aufzunehmen, ihn in uns wirken zu lassen und immer aufs Neue zu versuchen, es ihm gleich zu tun. Was lähmt uns Menschen auf dieser Welt? Tagtäglich prasseln unterschiedliche Nachrichten auf uns ein, die überaus geeignet sind, uns (selbst) zu lähmen. Zugleich lähmen wir uns oft gegenseitig, insbesondere wenn Liebe und Achtsamkeit fehlen und durch Streit und Hass ersetzt werden.
Im Rahmen der anschließenden Buchpräsentation ging es voll und ganz um Peter Rigler. Nach einer historischen Einordnung der Zeit Peter Riglers nach der französischen Revolution und den Reformen von Kaiser Josef II. und der Darstellung seines Lebens, vor allem auch als Erneuerer des geistlichen Lebens im Deutschen Orden, ging es um dessen Spiritualität: Geistliches Leben sei „Angleichung an Christus“, im Zentrum dabei stand das Gleichnis vom barmherzigen Samariter, von welchem man nie genug erzählen könne.
Peter Rigler hatte als Spiritual sehr große Erfolge, in seine Zeit viel eine stattliche Zahl von Berufungen. Im Deutschen Orden steht er am Anfang der Wiederbelebung des Schwesternzweigs und der Priesterkonvente. Er gilt darüber hinaus als zweiter Vinzenz von Paul. In seinen Erziehersatzungen und den Schwesternregeln hielt er ausdrücklich fest, dass an Kindern keine Gewalt geübt werden dürfe. Peter Rigler ist ein verlässliches Beispiel der Christusnachfolge. Nach seinem Tod 1873 wurde die Ordensgemeinschaft von Johannes Baptist Zwerger, Fürstbischof von Seckau, ersucht, vorbereitende Schritte für den Seligsprechungsprozess einzuleiten. 1985 wurde diese Initiative von Joseph Gargitter, Bischof von Bozen-Brixen, wieder aufgegriffen. Seit 2023 fungiert Pater Ewald als Postulator des Seligsprechungsverfahrens auf der Ebene der römischen Kurie.
Nach der Präsentation konnte der Abend bei guten Gesprächen ausklingen.
Dr. Ulrich Voit FamOT