Vesper in Altenburg
Am Fest der heiligen Katharina von Siena, Patronin Europas, trafen sich auf Einladung von Confrater Dr. Henrik Pradel Familiaren und Kandidaten der Subkomturei „Sachsen und Thüringen“ zum Gebet in der ehemaligen wettinischen Residenzstadt Altenburg. Zum abendlichen Stundengebet ging es in die Krypta der evangelischen Stadtkirche St. Bartholomäi. In der Psalmodie wurde mit aktuellem Bezug „Erbittet für Jerusalem Frieden“ und im Magnificat zur heiligen Katharina „Immer und überall hat Katharina Gott gesucht. Sie fand ihn und hielt an ihm fest mit der ganzen Leidenschaft ihres Herzens. Halleluja“ gebetet.
St. Bartholomäi, gelegen am heutigen Brühl, dem Bereich der Anfänge von Altenburg, hatte einen 1215 erstmals erwähnten Vorgängerbau, die jetzige Kirche wurde gegen 1443 vollendet, danach mehrfach umgestaltet. Die beeindruckende niedrige Krypta, in der die von Komtur Dr. Olaf Zucht vorbereitete Vesper gebetet wurde, hat ein Kreuzgratgewölbe und eine halbrunde Apsis. Der von vier Dreiviertelsäulen umgebene Mittelpfeiler besitzt einen quadratischen Kern. Die Krypta wurde bis ins 17. Jahrhundert als Grabstätte genutzt, später war sie unzugänglich und wurde erst 1843 wiederentdeckt, 1876 wurden die Gräber in der Krypta geräumt.
Nach der Vesper ging es in das denkmalgeschützte historische Stadthaus von Confrater Dr. Pradel und bei einer rustikalen Brettljause tauschte man sich aus. Der Komtur informierte über Neuigkeiten aus Ballei und Subkomturei und überbrachte die noch frische Information über den wenige Tage zuvor vom Generalrat in Wien gefassten Beschluss, sechs Kandidaten und eine Kandidatin aus der Subkomturei zur nächsten Investitur in Regensburg zuzulassen.
Bereits bevor in Sachsen und Thüringen, sprich in den Diözesen Görlitz, Dresden-Meißen und Erfurt, eine Subkomturei errichtet wurde, hatten sich die dort ansässigen Familiaren schon vierteljährlich in Altenburg, also auf halbem Wege zwischen den Außenposten Radeberg und Erfurt, getroffen, um Gottesdienst in der katholischen Pfarrkirche zu feiern und bei Confrater Dr. Pradel zusammenzukommen.
Dr. Rudolf Geser FamOT