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„Das Kreuz verkündet uns die Treue Gottes zu den Menschen“ – Hochmeister Frank feierte sein Silbernes Professjubiläum

Ballei Österreich – 13. September 2026

 

Am Fest Kreuzerhöhung, dem Titelfest des Deutschen Ordens, zelebrierte Hochmeister Frank ein feierliches Pontifikalamt und beging gleich zwei Jubiläen: zum einen sein Silbernes Professjubiläum und zum anderen den erst wenige Wochen zurückliegenden 20. Jahrestag seiner Priesterweihe.

 

Im Rahmen der Festmesse erklang die Orgelsolo-Messe von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Familiaren des Deutschen Ordens, eine Abordnung der Hoch- und Deutschmeister sowie der Hochmeisterliche Kapellmeister überbrachten im Namen der Kirchengemeinde von St. Elisabeth ihre Glück- und Segenswünsche. Auch der Souveräne Malteserorden und der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem waren jeweils hochrangig vertreten.

 

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In seiner Predigt zur Kreuzerhöhung entfaltete Hochmeister Frank den theologischen Kern des Festes: Seit dem 4. Jahrhundert erhebt die Kirche das von Kaiserin Helena aufgefundene Kreuz vor den Augen der Gläubigen – im Vertrauen darauf, dass schon im Schauen Heil geschehen kann. Wer auf das Kreuz blicke, sehe zunächst nur zwei Balken, ein grausames Folterinstrument; erst der Glaube erkenne darin das Zeichen der Erlösung und der bedingungslosen Liebe Gottes zu jedem Einzelnen. Diese Treue Gottes, so der Hochmeister, ziehe sich als roter Faden durch die Heilsgeschichte – von Gottes Suche nach Adam im Paradies über Abraham auf dem Berg Moria bis zur Krippe von Bethlehem, die untrennbar mit dem Kreuz von Golgotha verbunden sei. Am Kreuz offenbare sich eine scheinbar paradoxe Logik Gottes, der „sub contrario“ handle: Stärke zeige sich in Schwäche, Herrlichkeit in Erniedrigung, Leben im Tod. Besonderes Gewicht legte Hochmeister Frank auf die Farbsymbolik des Ordenskreuzes: Schwarz und weiß stünden seit mehr als acht Jahrhunderten nicht für eine Vereinfachung der Welt in Gut und Böse, sondern für Zugehörigkeit und Zusammengehörigkeit – ein Zeichen der Hoffnung, das Licht hinter dem Dunkel verheißt, Ostern nach Karfreitag, Auferstehung nach dem Tod.

 

Bewegend wurde die Predigt gegen Ende, als Hochmeister Frank auf sein eigenes Ordensleben zu sprechen kam. Er zitierte die Worte, die er selbst vor 25 Jahren bei seiner Aufnahme gehört hatte: Das Kreuz solle Kraft und Stärke im Leben sein, Trost und Zuversicht im Sterben, Ehre und Ruhm in alle Ewigkeit. Nach einem Vierteljahrhundert zog er ein offenes, unprätentiöses Resümee: Er sei nicht immer ein gutes Vorbild gewesen, weit davon entfernt, ein Heiliger zu sein – aber er sei geblieben, getragen von dem Versprechen seiner Ersten Profess am 14. September 2001 und seiner Ewigen Profess am 19. September 2004. Er räumte ein, Gottesferne, Einsamkeit und Dunkel erfahren zu haben. Immer wieder kehre er dabei zu seinem Wahlspruch zurück: „Fürchte Dich nicht – mein bist Du.“ Kraft schöpfe er insbesondere aus der täglichen Feier der Eucharistie für die ihm anvertrauten Menschen. Auch wenn ihm manchmal das Schwarz des Ordenskreuzes näher scheine, sehe er darin doch stets das Weiß der Hoffnung – und das Gold des Himmels.

 

In seiner Gratulationsansprache würdigte Balleimeister Dr. Helmut Wohnout nicht nur den Lebensweg, sondern auch die Haltung, die ihn trägt: Hochmeister Frank habe stets betont, dass Gottes Ruf – so leicht er im Alltag auch überhört werden kann – letztlich stärker sei als jeder Zweifel und Gottes Barmherzigkeit größer sei als menschliches Versagen. Als Zeichen der Dankbarkeit überreichte er ihm eine sogenannte Godenschale – ursprünglich das Geschenk eines Taufpaten. Die Schale sollte das Kind Zeit seines Lebens an Geburt und Taufe erinnern. Die Familiaren kehrten diese Symbolik bewusst um: So wie sich jeder Neofamiliare mit seinem Versprechen der Obhut des Hochmeisters anvertraut, ist dieser den Familiaren längst mehr als nur ein Oberer geworden – ein geistlicher Begleiter und vielen ein persönlicher Freund.

 

Der Hochmeisterliche Kapellmeister Thomas Dolezal erinnerte in seinen Dankesworten an die erfolgreiche Zusammenarbeit im Hinblick auf die jahrelange Tradition der Kirchenmusik in der Elisabethkirche. Der Präsident des Deutschmeisterbundes Robert Spevak hob in seiner Ansprache die enge Verbundenheit der Hoch- und Deutschmeister mit dem Deutschen Orden hervor.

 

Der feierliche Gottesdienst schloss mit einer Litanei zum heiligen Kreuz und dem Segen mit der Kreuzreliquie. Im Anschluss daran bot sich für viele Gottesdienstteilnehmer im Hochmeisteramt die Gelegenheit, dem Herrn Hochmeister in persönlichen Worten zu gratulieren und sich bei einem Wiener Schnitzerl mit einem traditionellen Erdäpfelsalat zu stärken.

 

Rudolf E. Oezelt FamOT

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